90 Jahre – und immer noch aktiv: Paul Atzwanger feierte seinen runden Geburtstag nicht nur als persönliches Jubiläum, sondern auch als Rückblick auf ein bewegtes Unternehmerleben, geprägt von Verantwortung, Innovationsgeist, Mut und Freundschaften.
Die Anfänge
Als er 1957 in das von seinem Vater Luis gegründete Familienunternehmen eintrat, war ATZWANGER ein kleiner Handwerksbetrieb für Heizungs- und Sanitäranlagen. Schon als Schüler half er gemeinsam mit seinem Bruder Peter mit: „Wir haben Material abgeholt und transportiert, nur mit einem Leiterwagen. Und als unser Vater nach dem Krieg ein Badezimmer im Pustertal installierte, gab es kein Honorar, sondern Kartoffeln und Sauerkraut“, erinnert sich Paul Atzwanger schmunzelnd.
Gemeinsam mit seinem Bruder entwickelte er den Betrieb Schritt für Schritt weiter. „Wir waren immer bei den Pionieren“, meint er rückblickend, „beispielsweise bei den ersten Zentralheizungen oder der Warmwasseraufbereitung, später auch bei den Bodenheizungen.“ Ein Meilenstein war in den 1960er-Jahren die erste moderne Badewasseraufbereitungsanlage für das Lido Bozen – ein Wagnis. Aus diesem Mut entstanden neue Geschäftsfelder, aus einzelnen Projekten neue Kompetenzen. Ganz nach dem Motto: „Technologisch immer vorne bleiben und innovativ sein, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen.“
Ein Leben in Balance
Trotz seines unternehmerischen Engagements fand Paul Atzwanger stets auch Zeit für Familie, Freundschaften und persönliche Interessen. „In dem Moment, wo ich aus der Firma draußen war, konnte ich abschalten“, erklärt er.
Mit seiner Frau Rita, die er 1965 heiratete, blickt er heute stolz auf die vier Kinder. Die Söhne Thomas und Christoph sowie Tochter Birgit sind mittlerweile ebenfalls im Unternehmen tätig.
Sportliche Aktivitäten – von Radfahren über Klettern bis Tennis und Skifahren – waren feste Bestandteile seines Lebens. Ebenso zahlreiche Reisen und die große Leidenschaft für Oper und Orchesterkonzerte.
Engagement für die Gemeinschaft
Paul Atzwanger engagierte sich auch über viele Jahre in unterschiedlichen Gremien. Prägend war sein Einsatz für das Franziskanergymnasium, wo er wichtige Weichenstellungen mitgestaltete: ein tragfähiges Finanzierungsmodell und die Öffnung der Traditions-Schule für Mädchen.
Auch im Unternehmerverband war er über 60 Jahre lang aktiv und gehörte zu den Gründern der „Jungindustriellen“.
Ein besonderer Geburtstag
Gefeiert wurde dort, wo sein Lebenswerk gewachsen ist: im Bozner Firmensitz. Mit rund 200 Geladenen, mit der Familie, langjährigen Freunden und Wegbegleitern, Ehrengästen und Mitarbeiter:innen.
Gemeinsam mit seiner Frau und den vier Enkelkindern zog Paul Atzwanger in die festlich geschmückte Halle ein – ein berührender Moment über drei Generationen hinweg. In seiner Begrüßung blickte er mit Humor und Dankbarkeit auf bewegte Jahrzehnte zurück.
Markus Frings führte mit Schwung und Charme durch den Abend. Zwischen den Gängen des festlichen Menüs sorgten besondere Einlagen für heitere und emotionale Momente: Die vier Kinder erinnerten mit Schnappschüssen an Familien-Urlaube in Bibione und die sportlichen Passionen ihres Vaters. Rechtsanwalt Gerhard Brandstätter ließ dessen Lebensweg Revue passieren – von der nicht einfachen Jugend über die Jahre des Aufbaus bis zum erfolgreichen Unternehmer. Auch Stefan Konder, Vizebürgermeister von Bozen, würdigte den Jubilar und zog eine augenzwinkernde Parallele zu dessen Vorliebe für BMW – als Sinnbild für Beharrlichkeit, Mut und Wissen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Standorte der ATZWANGER-Gruppe überraschten den Senior-Chef mit einem ganz persönlichen Geschenk: einem Porträt der Künstlerin Margit Köhl.
Ein weiteres Highlight des Abends war das von Opernfreunden organisierte Privatkonzert mit Martina Bortolotti von Haderburg (Sopran), Günther Sanin (Violine) und Paolo Prevedello (Klavier), das den Abend auch musikalisch zu einem unvergesslichen Event machte.
Und selbst mit 90 Jahren ist Paul Atzwanger noch regelmäßig im Betrieb anzutreffen – im Büro mit der schönsten Aussicht. „Zahlen und Aufträge interessieren mich noch immer“, schmunzelt er.