Im Dezember 2025 konnte die Erweiterung der Kläranlage der ECO Center AG rechtzeitig abgeschlossen und übergeben werden. Wir von ATZWANGER waren federführend bei dem temporären Firmenzusammenschluss (mit Unionbau AG, Elettro S.E.A. GmbH, Erdbau GmbH), der sich die Realisierung sichern konnte.
Das Erweiterungs-Projekt für ca. 17 Millionen Euro umfasste eine separate Anlage für die Industrieabwässer, die in die Kläranlage von Sinich (Meran) fließen, und die Erweiterung des Blockheizkraftwerkes. Die allgemeine Kläranlage für Meran ist zwar für 364.000 Einwohner ausgelegt. „Behandelt man die Industrieabwässer aber getrennt, reduziert man ihre Belastung sozusagen um 300.000 Einwohner“, erklärt Dr. Ing. Roberto Cossetto, Projektverantwortlicher und Abteilungsleiter für den Bereich Abwasser/Trinkwasser bei ATZWANGER. Durch diese Erweiterung wird sehr viel Energie produziert, mehr als die Anlage benötigt. Außerdem entsteht weniger Klärschlamm und die Kosten für die Allgemeinheit sind geringer. „Industrieabwässer werden dank unserer modernen Technik zur Ressource“, betont der Experte.
Die Kläranlage als Energieproduzent
Über ein eigenes Kanalsystem fließen die Industrieabwässer – aktuell von Forst und Zipperle – in das neue Sammelbecken für 6.000 m3 Wasser. Weiter geht es über eine Vorbehandlungsanlage mit Filtersystem in zwei Reaktoren für anaerobe Hochlastgärung. Dort wird das organische Material im auf 34°C erhitzten Abwasser durch einen biologischen Prozess in Biogas verwandelt. Daraus entstehen dann wiederum Wärme und Strom, maximal 1800 kW. Das sind rund 800 kW mehr als die Anlage selbst benötigt – sie funktioniert also autark und speist noch Strom ins Netz.
„Es war für alle ein Wettlauf mit der Zeit“, erinnert sich Cossetto. „Durch die Teilfinanzierung im Rahmen des PNRR musste die Fertigstellung innerhalb 2025 erfolgen. Deshalb gab es 90 Baubesprechungen in Präsenz in knapp zwei Jahren. Eine wirklich intensive Zeit, aber wir sind stolz, die ehrgeizigen Ziele mit unserem engagierten Team erreicht zu haben!“